Veranstaltungen im OZEANEUM

NABU-Vortrag: Schiffswracks – Oasen der Artenvielfalt oder Schrott im Meer?

OZEANEUM OZEANEUM – Hafenstraße 11, 18439 Stralsund, Deutschland

Der Biologe Dr. Thorsten Werner vom NABU beschreibt in seinem Vortrag die Funktionen und Besonderheiten des Lebensraumes Schiffswrack für die Ostsee. Welche Möglichkeiten und Probleme bringen diese menschengemachten „Riffe“ für die Tierwelt mit sich?

Allein in der deutschen Ostsee liegen Hunderte von Schiffswracks – von alten Koggen bis neuen Schonern. Die meisten dieser Schiffe sind in Stürmen gesunken oder Untiefen und wandernden Sandbänken zum Opfer gefallen, andere hingegen wurden absichtlich versenkt. Je nach Lage und Alter eines Schiffswracks sind diese mehr oder minder stark von Muscheln und anderen Tieren sowie Großalgen bewachsen und bieten einer Vielzahl von Lebewesen ein neues Zuhause. So nutzen Jungfische die Wracks, um sich vor Fressfeinden zu verstecken und Seenelken heften sich auf dem harten Untergrund an. Schiffswracks können folglich eine ähnliche Funktion einnehmen wie natürlich gewachsene Riffe und sind aufgrund ihrer Artenvielfalt beliebte Tauchreviere.

Allerdings gehen von den Schiffswracks auch erhebliche Gefahren für die Meeresumwelt aus. So sondern viele Schiffe, noch Jahrzehnte nach dem sie gesunken sind, Öl oder Munition und deren Abbauprodukte ins Wasser ab. Riesige Fischereinetze können sich in den Wracks verfangen und noch jahrelang „weiterfischen“. Zudem können Schiffswracks, in ihrer Funktion als künstliche Riffe, die Artenzusammensetzung beeinflussen und auf diese Weise natürliche Lebensräume verändern. Folglich können Schiffswracks zwar einen spannenden Einblick in längst vergangene Zeit bieten und für einige Arten einen geeigneten Lebensraum zur Verfügung stellen, dennoch sind aus naturschutzfachlicher Sicht viele Schiffswracks (stark) belasteter Müll im Meer.  

Dr. Thorsten Werner studierte Biologie an der Universität Bremen. Er promovierte und forschte als Postdoc am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Bremerhaven) zum Thema „Ökophysiologie der Leuchtgarnelen (Euphausiacea) im nördlichen Benguela-Auftriebsgebiet“. Seine Forschungsreisen führten ihn nach Afrika und Spitzbergen (Arktis). Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim NABU und ist insbesondere mit den Themen Biodiversitätsschutz sowie Ausweisung, Management und Bewertung von Meeresschutzgebieten im nationalen und internationalen Zusammenhang betraut.

Veranstaltungsort: OZEANEUM | Kinosaal

Eintritt: mit gültigem Museumsticket kostenfrei

 

 

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